Spencer Bell

Die Geschichte eines besonderen Menschen

Ihr fragt euch sicher, was denn nun dieser Junge mit den 100 Monkeys zu tun hat und auch ich musste erst einmal recherchieren.

Spencer Bell ging mit Jackson und Ben zusammen zur Schule, er war einer der "Lost Boys" und bester Freund von Ben.

Damit man die Tragik der Geschichte versteht, sollte man sie lesen.

Ich habe einen wunderbaren Artikel über sein Leben gefunden und ich bitte darum, ihn euch ganz durchzulesen, auch wenn er lang ist.

Das Copyright dieses Artikels liegt nicht bei mir sondern bei

http://www.spencerbellmemorial.eu .

"So here’s to all the ties we’ve tied,
and those we’ve tied too tight we’ll set aside.
Tonight we toast our enemies,
and friends, and strangers, and families.
Tonight we drink to gratitude."

Detroit News Artikel
- verfasst von Marney Keenan

Mittwoch der 5. September 2007
Marney Rich Keenan:
Spencer Bell 1986 – 2006

Die Band spielt weiter.

Ein seltener Krebs beendete das Leben von Spencer Bell, doch Familie und Freunde werden es nicht zulassen, dass der junge Renaissancemensch in Vergessenheit gerät.
Am Erntedankfest letzten Jahres, der 20-jährige Spencer Bell betritt die Notaufnahme des Krankenhauses der Universität von Wisconsin in Madison und beklagt sich über Bauchschmerzen. Er hoffte rechtzeitig behandelt und entlassen zu werden um noch was von dem Truthahn und all den Beilagen abzubekommen.
Stunden später, ein Notfallarzt schaut sich die Röntgenbilder von Spencer’s Abdomen an und ist fassungslos, dass er dort eine Football-große Masse eines Krebsgeschwüres entdeckt. Zehn schreckliche Tage später, erlag Spencer einem Nebennierenkarzinom, einem der höchst aggressivsten, tödlichsten und seltensten Formen der Krankheit.
Am 3. Dezember 2006, nahm ein Krebs der schlimmsten Art das Leben eines Kindes der wundervollsten Art.
Am Freitag werden Freunde, Familie und lokale Musiker ein Benefizkonzert und eine verdeckte Auktion im Royal Oak Musik Theater veranstalten. Ihr Ziel ist es auf die Krebsart aufmerksam zu machen und Geld für die Multidisziplinäre Nebennierenkarzinom Klinik der Universität von Michigan zu sammeln. Spencer’s Band, The Stevedores, werden von anderen lokalen Spitzenbands unterstützt.
Das Ereignis zollt Tribut an das Leben des Kindes welches in Bloomfield Hills aufgewachsen ist, und einen Genie-Level IQ hatte und ein außergewöhnliches Potenzial als Musiker. Freunde und Familie beschrieben ihn als einen „Visionär“, „einen Abtrünnigen“, „einen Renaissancemenschen“ und „einen Mytiker“. Lehrer nannten ihn „arrogant“, „einschüchternd“ und „brilliant“.
Als Spencer starb hinterließ er dutzende von Tagebüchern, gefüllt mit Gedichten und erleuchtenden Essays, Malereien, Skizzenbücher und mehr als 120 Lieder.

„Wir wussten alle, dass er ein Genie war und unheimlich talentiert, aber erst als wir anfingen seine Sachen durchzusehen begannen wir zu merken wie viel da wirklich war“ sagt Dan Graupner, ein ehemaliger Klassenkamerad und kürzlicher Abgänger der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. „Da waren genug Partituren, um so ungefähr sieben bis acht vollständige Alben zu füllen.”

In seinem kurzen Leben hat Spencer Ziele erreicht, die für anderen Teenager aussehen würden wie jugendliche Fantasien. Mit 15 Jahren gab er Soloauftritte in gefüllten Kaffeehäusern. Im Alter von 18 Jahren war er entschlossen in New York zu wohnen und Musik zu machen und das tat er auch. Er schrieb zwei Alben und nahm diese mit seiner Band auf. Er ging zur New York Film Academy und erschaffte mehrere 3-D animierte Filme. Er entwarf Kunst Installationen die auf wissenschaftlichen Formeln basierten, genannt “Pfad der Energie“, mit zusammengeschusterten Wänden, Böden und Decken. Er machte Skulpturen aus Cola-Dosen, Gummibändern, Eisenfetzen, Holz und kaputten Stühlen. Zur Belustigung versuchte er sich mit mathematischen Sequenzen und geometrische Konzepten. Er hatte Pläne, ein verlassenes Raketensilo in New Mexico in eine Erlebnisgastronomie zu verwandeln und er plante eine Motorradreise durch Südamerika, auf die Art und Weise wie es auch der junge Che Guevara in dem Film „Die Reisen des jungen Che“ tut.

Aber all diese Leidenschaft und seine scheinbar gute Gesundheit – Spencer war 1,95m groß und wog 104kilo – konnten es nicht mit einen Nebennierenkarzinom aufnehmen. An diesem Erntedankfest, fanden die Ärzte einen Tumor der sich über seine Niere, Leber, Lungen und Nebennieren ausgestreut hatten. Außerdem fanden sie noch ein gefährliches Blutgerinnsel, dass sich in das rechte Atrium seines Herzens ausgebreitet hatte.

Nebennierenkarzinome haben eine erschütternde Prognose. Sogar Stadium 1 hat nur einen 50-50 Chance nach fünf Jahren noch zu leben. Spencer’s Krebs war schon im Stadium 4. Er wuchs unbemerkt, versteckt in einer Höhle in seinem Rücken.

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„Das bin ich, ich bin der Lyriker, das ist nicht mein Beruf sondern meine Berufung. Ich muss ich einfach mitteilen wie reich das Leben ist. Wir sind nicht alleine, seht ihr, in Wirklichkeit bin ich es selbst den ich versuche zu überzeugen.“
– Aus dem Lied „The Lonesome Ballad of the Lonesome Boy“ (Die einsame Ballade von dem einsamen Jungen) von Spencer Bell
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Geboren in Los Angeles, hatte Spencer die Angewohnheit alles zu früh zu tun, sagen seine Eltern. Er lief mit 11 Monaten. Er sprach in vollen Sätzen als er 18 Monate alt war. Im Alter von 2 Jahren, spielte er schon seine eigenen Melodien auf dem Klavier. Als er 4 Jahre alt war, hatte er schon sein erstes Lied geschrieben, komplett mit dem Liedtext. Er nannte es „Guinea Pig Rhythm“ (Meerschweinchen Rhythmus).
Als Kleinkind, nahm Spencer Elektromixer und Dosenöffner auseinander die bei Garagenverkäufern gekauft wurden und baute etwas Neues daraus. „Er ließ sich von nicht zurückhalten“, sagt seine Mutter, Cathy Bell, 50. „Und nie war etwas so wie es schien. Er musste immer alles neu erfinden, auf seine eigene Art.“
Im Jahre 1992 wurde Spencer’s Vater Bill, jetzt 50, von seinem Arbeitgeber, dem Sunset Magazin, versetzt und so zog die Familie nach Bloomfield Hills.
Spencer begann das Schauspielern in der sechsten Klasse an der Bloomfiel Hills Middle School. Als er in der siebten Klasse war, bewältigte er Shakespeares Texte als wäre er ein professioneller Schauspieler. In der achten Klasse erreichte Spencer den ersten Platz auf staatlicher Ebene und bekam eine Auszeichnung für das Erreichen der Höchstpunktzahl im Vorlesewettbewerb. Als er auf die Bühne ging, hob er seine Trainerin, Mary Pagnani, hoch in die Luft.

Jetzt, sagt Pagnani: „Ich kann kein Team trainieren ohne ein paar ‘Spencerismen’ den Sitzungen hinzuzufügen. Wenn ich die Schüler darum bitte, Leidenschaft für alles zu empfinden was sie tun und sagen, dann ist das wegen Spencer.“

In 2000 wurde Spencer für das Theater Programm von Nord Michigans angesehener „Interlochen Kunst Akademie“ zugelassen.

In weniger als zwei Jahren jedoch wurde Spencer nicht “länger eingeladen” wie die Schule es formulierte, was so viel bedeutete wie dass er ausgeschlossen wurde. Spencer‘s Lieder schreiben war abgehoben, jedoch interessierte er sich weniger für das Theater, wodurch seine Noten sich verschlechterten. Der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war als er und seine Freunde dabei erwischt wurden, wie sie gegen das Rauchverbot verstießen. Ein Administrator sandte daraufhin ein Sendschreiben, welches sagte, dass Spencer und seine Freunde “verlorene Jungen” wären und die anderen wurden gewarnt nicht von ihnen „verdorben“ zu werden. Kurze Zeit später, ließen die Jungs sich Tattoo‘s stechen mit dem Text, “Ich bin verloren”.

Spencer kam zurück nach Hause und ging auf die Lahser High School als “junior”. Am Ende des ersten Tages kündigte Spencer seinen Eltern an: „Ich wurde in eine Band eingeladen.“ Die Band hieß “Sheer Funk and Misery”. Sie spielten beim „Battle oft he Bands“ in Birmingham, dem „Dream Cruise“ in 2002 und der „Mitch Albom Show“ auf WJR-AM.

Elizabeth Volpe, Spencer’s Lehrerin für kreatives Schreiben an der Lahser sagt, in ihren über 30 Jahren Berufserfahrung hat sie noch nicht einmal so ein Schüler wie Spencer erlebt. „Von Anfang an war ich von seinem halb barbarischen aussehen, seiner Brillanz und ja, seiner Arroganz, eingeschüchtert. Als erstes wurde ich fertig gemacht von Spencer’s Kritik, doch nach einiger Zeit krempelte ich die Klasse mit Spencer’s Hilfe um. Es war für mich furchteinflößend die Kontrolle über mein Klassenzimmer abzugeben, aber die meiste Zeit lang arbeitete die Klasse so wie Spencer es sich vorgestellt hatte. In den weniger Jahren die mir noch vor meinem Ruhestand blieben unterrichtete ich die Klasse weiter nach ‚Spencer’s Model.‘“ Seine Mutter, Cathy Bell, sagt die Stärke seiner Intelligenz war respekteinflößend. „Manchmal sprach Spencer mit so einer Autorität und eloquentem Vokabular, das die Leute dachten, ‚Ich frag mich ob der echt ist‘“, erinnert sich Cathy. „Aber er wusste all diese merkwürdigen Dinge, weil er sie nur einmal Hören oder einen Blick drauf werfen musste, damit sie für immer in seinem Gedächtnis verankert waren.“
Irgendwann während diesem “junior year” beschloss Spencer, dass er in New York leben würde und dort Musik machen würde, bevor er 18 war. Er lehnte die Universität ab und sagte, dass er diese nicht bräuchte.

„Spencer versuchte immer sich den Konventionen zu widersetzen, er drängte uns immer wieder mit ‚Warum? Warum?‘“ sagt sein Vater. „Im Grunde genommen kamen wir dann zu der Abmachung das man manche Dinge tun muss, damit man tun kann was man tun möchte.”

Das tat er dann auch. Er wälzte die Bücher, absolvierte die Schule sechs Monate früher und kam zwei Wochen vor seinem 18. Geburtstag in New York an.

In einem seiner Taschen steckte ein Umschlag mit einem Brief von seinem Vater.

Dort stand, an einer Stelle: „Es ist kein Zuckerschlecken der Elternteil von jemandem zu sein der sich für den steinigeren Weg entscheidet. Es ist teilweise die Hölle, teilweise der Himmel auf Erden. Ich beneide deinen Glauben in dich selbst und dein Verlangen den WAHREN Sinn deines Lebens zu verfolgen. Aber, als ein Elternteil, bin ich um dich besorgt denn es wird nicht leicht sein, und das Ergebnis ist nicht garantiert. Ich liebe dich, Junge. Höre niemals damit auf, den Schutt des Lebens zu durchsieben, auf der Suche nach etwas Wertvollem. Das Geheimnis steckt in dem Geben: Gib Liebe und sie wird wirklich zu dir zurückkehren, groß genug um dich umzuhauen.“
In New York gründete Spencer die „Stevedores“ mit seinen Freunden vom „Interlochen“, die auch in der Nähe der Stadt wohnten. Amy Dupcak, Kulturredakteurin des “Beyond Race” Magazins, eine Publikation die ein Augenschein auf unabhängige Kunstkultur in New York City wirft, schrieb in einer Kritik über das „Stevedores“ Album „Tamuawok“: Harmonisch und wild, blues-geleitet und am classic-rock orientiert, können die „Stevedores“ sich sicherlich mit Besonderheit und Authentizität rühmen, etwas dem man in der heutigen Musikszene selten begegnet. Spencer Bell’s dynamisches singen und seine folk-rock-bluesige Mischung vom Liederschreiben ist unglaublich originell und melodisch.“

Zwei Jahre später zog Spencer nach Madison, Wisconsin, in ein riesiges altes Haus, dass er mit seinen Bandkollegen mietete. Während des Tages arbeitete Spencer beim „Wisconsin Early Autism“ Projekt. Des Nachts war die Band damit beschäftigt ein zweites Album mit Spencer’s Kompositionen feinabzustimmen und an Lokalen Treffpunkten aufzutreten.

„Spence brachte die Bühne zum leuchten”, sagt Missy Liu, die zu dem Zeitpunkt Spencer’s feste Freundin war. „Er schwenkte sich vor und zurück über die Bühne auf seinen Hacken und schmetterte diese wunderbare Stimme heraus. Die Leute waren fasziniert.”

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„Ich muss mich selbst dazu zwingen mich ständig weiterzubewegen. Mich immer nach Ehrfurcht zu sehnen. Der Gedanke eines Tages zu lernen und zu sagen ‚Da, das ist es! Dies ist es wonach ich gesucht hatte!‘ ist mehr als genug um meine geschundenen Füße weiter voran zu treiben.“
– Spencer Bells Tagebuch Eintrag
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Am Erntedankfest letzten Jahres saß Cathy Bell auf der Tribüne des „Ford Field“ und schaute sich ein „Lions“ Spiel an, ihr Handy war auf Vibration gestellt.
Ihr jüngerer Sohn, Brady, 17, war die Nacht vorher nach Madison geflogen um sich seinem Bruder für ein Erntedankfest Mahl anzuschließen welches von Spencer und seinen Bandkollegen gekocht wurde. Am nächsten Morgen, nachdem ein Bad Spencer’s Rückenschmerzen nicht gelindert hatten, überredete Brady seinen Bruder in die Notaufnahme zu gehen.
Cathy dachte das es wahrscheinlich ein aufflackern von Spencers chronischem Sodbrennen sei oder vielleicht Nierensteine. Schließlich war das „Lions“ Spiel zu Ende und das Telefon zitterte in ihrem Schoß.
Als würde eine lässige Begrüßung die schrecklichen Nachrichten verschleiern könne, die er im Begriff war zu überliefern, sagte Spencer „Was machste gerade, Mom?“
Cathy beschwichtigte ihn: „Ich geh zu meinem Auto, Spencer, was machst du denn?“
„Mom“, sagte Spencer und seine Stimme brach. „Die sagen ich habe Krebs.“
Zu der Zeit, fuhr Bill Bell gerade auf der I-75, auf seinem Weg in den Urlaub nach Florida (die Bells trennten sich im Jahr 2000). Er dreht sofort um und traf Cathy am Flughafen.
Cathy und Bill fanden Spencer in einem Raum auf der Intensivstation. Sein Blutdruck stieg bis auf 210/170 und die Ärzte befürchteten, dass er verlieren würde.
Während sie auf die Biopsie Resultate warteten, wurden Cathy und Bill auf die schlimmsten und die besten Möglichkeiten vorbereitet. Oder eher gesagt, die weniger schlimmen. „Wenn sie sich das vorstellen können“, sagt Cathy. „Wir beteten alle zu Gott: Lass es Leberkrebs sein. Lass es Nierenkrebs sein. Nicht ein Nebennierenkarzinom. Alles nur kein Nebennierenkarzinom.“
Am Dienstag kamen die schlimmst möglichen Nachrichten von der Pathologie: Adrenocortical Carcinoma, oder Nebennierenkarzinom. Dr. Daniel L. Mulkerin vom Krankenhaus der Universität von Wisconsin, Spencers Onkologe, erzählte seinen Eltern, dass eine Operation die einzige Zuflucht wäre um Spencers Leben zu retten.
Mulkerin begann ein „dream team“ zusammenzustellen um die extrem komplexe und verzwickte Operation zu untersuchen, die Ärzte hatten gesagt es würde eine 12 bis 15 Stunden Prozedur werden.
Zu dem Zeitpunkt besuchte Dr. Gary D. Hammer der Universität von Michigan, der als einer der führenden Forscher im Land gilt, eine international Konferenz zum Thema Nebennierenkarzinom in Deutschland. Er wurde über Handy erreicht und war eifrig darauf befragt zu werden. Hammer ist der Direktor der interdisziplinären Nebennierenkarzinom Klinik der Universität von Michigan.
Als Spencers bester Freund, Ben Johnson, der Schlagzeuger seiner Band, das Krankenhauszimmer betrat, war das erste was Spencer sagte: „Es tut nicht weh. Es tut nicht weh.“ Er wollte nicht bemitleidet werden.
Ben war Spencers engster Freund. Die zwei waren zusammen am „Interlochen“ gewesen und später als Spencer Richtung Osten zog, wohnte er mit Ben zusammen, während Ben ein Student der Sarah Lawrence College in Bronxville, New York, war.

Während er dort in New York war, war Spencer auf seine Kunst fixiert. „Seine Projekte haben regelmäßig das Haus oder die Habseligkeiten beschädigt, aber zur selben Zeit waren sie immer raffiniert und interessant“, sagt Ben. „Ich denke, die Jungs haben ihn respektiert, aber sie verstanden nicht, warum er sich so sehr profilieren musste. Ich habe sie immer daran erinnert, dass er erst 18 war.“
„Wir waren alle ein paar Jahre älter als er, aber es war für uns alle einfach, dass zu vergessen da er so ein Genie war.“
Als Ben in den Krankenhaus Korridor trat, trafen seine Augen die von Cathy. Es war ein Blick den sie nie vergessen wird. „Er sah verloren aus. Das Gewicht der Traurigkeit der Welt lag auf ihm.“
Monate später würde Ben sich zurück erinnern: „Sein Schreiben war beständig, manchmal die ganze Nacht lang. Es war wer er war. Ich habe es damals nicht begriffen aber er war die älteste Seele dich ich jemals getroffen haben, als wäre er hier her geschickt worden aus einem Grund. Er war größer als Musik, größer als Worte, inspirierender als jede Person die ich jemals gekannt habe.“
Während die Woche verstrich, schwellten Spencers Beine um 18 Kilo an, so schwer und schmerzhaft wie Baumstämme. Der Thrombus der Spencers Atrium verschloss beeinträchtigte seinen Blutfluss, was wiederum die Wasseransammlung erhöhte.

Am Donnerstag, nachdem man Spezialisten aus der „Mayo Clinic“ und der „Sloan-Kettering“ sowie Dr. Hammer von der Universität von Michigan hinzu bezogen hatte, kamen die Ärzte zu ihrem Entschluss: Eine Operation kam nicht in Betracht. Er würde sie nicht überleben.

Hammer rief an und teilte Bill und Cathy mit, dass er der Entscheidung der Universität von Wisconsin zustimmte. „Sie tun alles was ich hier auch tun würde“, sagte er. „Es tut mir so sehr Leid.“
Die Ärzte gingen zu Spencer um ihm die Nachricht zu überbringen während seine Eltern und seine Patentante, die aus Portland, Oregon hergeflogen war, leise weinten.
„Aber ich dachte sie hätten gesagt das eine Operation die letzte Hoffnung wäre die mir noch bleibt“, sagte Spencer.
„Das sagten wir“, antwortete einer der Ärzte.

Spencer nickte, halbwegs bezwungen, halbwegs um einzuräumen, dass er verstand. Dann bat er alle den Raum zu verlassen.

Eine halbe Stunde später rief er seine Mutter wieder zu sich. In bedächtiger aber doch zögernder Stimme sagte Spencer, “Mom, wir haben eine Aufgabe die wir erledigen müssen.“
Cathy nahm ihr Notizbuch heraus. Ihr Stift zitterte auf der Seite.
„Ich möchte, dass alle meine Musikinstrumente an Ben gehen“, begann er. Seine Tagebücher sollten an seinen Freund Jessi gehen, seine Bücher, Musik und seine liebste erste Gitarre an Brady.

Dann wurde Spencer sehr spezifisch: “Ich möchte, dass du eine Urne die aus Blei gemacht ist findest. Ich möchte eingeäschert werden und ich möchte, dass meine Asche in dem Marianengraben verstreut wird.“
„Wo?“
„Dem Marianengraben.“
Cathy hatte keine Ahnung was oder wo das war. Trotzdem war sie nicht überrascht; es war klassisch Spencer.
In der Tat, der Marianengraben ist ein außergewöhnlicher Platz auf der Erde, so wie das kurze Leben ihres Sohnes. Ansässig im Pazifischen Ozean, 230 Meilen von der Küste Guams entfernt, ist der Marianengraben der Tiefste Punkt auf der Oberfläche der Erde, tiefer als der Mount Everest hoch ist.
***
„Der Grabstein schrieb
In dem Schatten des Baumes
‚Mein Schatz liegt schwer
Auf dem Grunde des Meeres.‘
Ich werde nicht hier sein für die
Krebsartige Welle
Ich werde unter dem Ozean sein wo
Die Seepferdchen spielen.“

– Aus dem Lied “Where the Seahorses Play” (Wo die Seepferdchen spielen) von Spencer Bell, 2005
***
Während Spencer wusste das er starb, gab er doch nie auf. Er wollte kämpfend untergehen, sagt Dr. Brad Manning, Spencer‘s Arzt vom Krankenhaus der Universität von Wisconsin. Als so jemand, brauchte er Tage um eine Patientenverfügung zu unterschreiben.

„Ich hatte viele kranke Patienten und Notfall Situationen“, sagt Manning. „Aber nicht war so schwer wie der endlose Strang an schlechten Neuigkeiten die ich Spencer und seinen Eltern überbringen musste. Ich sagte Spence, wenn er mir sagen würde, dass ich das Beatmungsgerät, den Defibrillator oder die Herz-Lungen-Reanimation benutzen sollte, dann würde ich dieses auch tun. Aber, in einer Entscheidung die ich immer noch als ein Geschenk ansehe, beschloss er, dass er uns nicht dazu zwingen würde seine Eltern dadurch gehen zu lassen. Spencer war unglaublich mutig.“
Am Freitag, zwei Tage bevor Spencer starb, kam ein vorstädtisches Aufgebot von Detroit um Spencer ihre letzten Grüße zu bestellen. Sie lasen Prosa und Gedichte von John Donne, Spencers Lieblingsautor, und zahlreiche Dr. Seuss Bücher. (Spencers Myspace Seite ist ein Tribut an Seuss‘ „Oh, the Places You’ll Go!”)
„Er war so krank, aber seine Augen waren noch immer hell und munter”, sagt Freundin Jessica Kezlarian von Royal Oak. „Ich muss seine Stirn eine millionen Mal geküsst haben und ihm gesagt haben, dass ich ihn sogar noch mehr liebe.“

Ben glaubt das Spencer sich absichtlich an dem Tag erholt hatte. „Sobald die Leute aus Detroit da waren, saß er sich im Bett auf, und hat sein Morphium reduziert, weil er wusste, dass er von Leuten umgeben war die er liebte“, sagt Ben. „In der Nacht hat er die ganze Zeit Witze gerissen und hat den ganzen Raum mehr als einmal zum Lachen gebracht.“

Am Sonntagmorgen sagten die Ärzte Bill und Cathy das es innerhalb von 12 Stunden entschieden sein würde.
Plötzlich gegen Mittag, schoss Spencer gerade hoch, seine Augen weit geöffnet. Und er jammerte: „MOOOOMMMMM!“
Sie nahm sein Gesicht in ihre Hände, versuchte an ihn heranzukommen, wo auch immer er war, in welchem Reich auch immer. „Ich bin hier, Schatz, ich bin hier. Ich werde dich niemals verlassen. Ich bin hier. Ich bin hier. Ich bin hier.”
Bis 22 Uhr in der Nacht hatte sich Spencer’s Atmung auf dramatische Weise verschlechtert. Beide Elternteile stand auf einer von beiden des Bettes, streichelten ihn, flüsterten, dass es OK war zu gehen. Und das war genau was Spencer tat, friedlich, wie er es geplant hatte.
Mehr als 400 Menschen versammelten sich am 9. Dezember beim Goldner Walsh Gewächshaus, wo Cathy als Landschaftsdesignerin arbeitete, als Gedenken an Spencer.
Siebzehn von Spencers Freunden campierten in Schlafsäcken überall in Cathy’s Haus.

Am Sonntag, als sie mit einer Karawane von Autos verschwanden und Cathy zurück zu ihrem leeren Haus ging, “Das war der Moment wo es mich alles traf”, sagt sie.

Irgendwann im nächsten Jahr, wird ein Tiefseefrachter eine Reise tief in den Pazifischen Ozean unternehmen – 230 Meilen entfernt von der Küste Guams – zu der Seite vom Marianengraben. Spencers bleierne Urne wird in den Ozean entlassen werden. Seine Asche wird in den tiefsten Platz auf der Erdkruste stürzen, tiefer als der Mount Everest hoch ist, wo die Seepferdchen spielen.